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PSIMUS · Wissenschaft

Forschung

Wissenschaft verstehen. Erkenntnisse verantwortungsvoll in die Behandlung bringen.

Forschung und Praxis

Forschung, die Ihnen zugutekommt

Wissenschaftlicher Fortschritt ist für uns kein Selbstzweck. Unser Ziel ist es, neue Erkenntnisse aus der Forschung so in die psychiatrische und schlafmedizinische Behandlung zu übertragen, dass sie unseren Patientinnen und Patienten konkret zugutekommen.

Gerade bei Depressionen möchten wir Therapieentscheidungen zukünftig stärker durch messbare Werte unterstützen. Biomarker und standardisierte Untersuchungen können dabei helfen, den individuellen Behandlungsverlauf früher und objektiver einzuschätzen.

Unser Anspruch: Forschungswissen soll nicht im Labor verbleiben, sondern verantwortungsvoll in die Behandlung einfließen.

Wissenschaftliche Arbeit auf internationalem Niveau

Dr. Marcel Zeising beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Depression, Schlafphysiologie und biologischen Markern des Behandlungsansprechens.

Er ist Mitautor wissenschaftlicher Arbeiten in international renommierten Fachzeitschriften, darunter:

Biological Psychiatry

Die Fachzeitschrift Biological Psychiatry gehört zu den international führenden wissenschaftlichen Journalen im Bereich der biologischen Psychiatrie und Neurowissenschaften.

In der mitverfassten Publikation „Sleep Neurophysiology in Depression“ werden aktuelle Erkenntnisse zu Veränderungen der Schlafphysiologie bei Depressionen und deren Bedeutung für neue diagnostische und therapeutische Ansätze dargestellt.

Publikation in Biological Psychiatry

Physiology

In der Fachzeitschrift Physiology der American Physiological Society erschien die mitverfasste Publikation „Targeting Sleep Physiology to Modulate Glymphatic Brain Clearance“.

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Schlafphysiologie möglicherweise gezielt beeinflusst werden kann, um nächtliche Regenerations- und Reinigungsprozesse des Gehirns zu unterstützen.

Publikation in Physiology

Weitere wissenschaftliche Veröffentlichungen von Dr. Zeising befassen sich unter anderem mit Depression, antidepressiver Behandlung, Schlafregulation und Biomarkern.

Vom Forschungswissen zur Behandlung

Ein konkretes Beispiel für die Verbindung von Forschung und Patientenversorgung ist unser Ansatz zur frühen Einschätzung einer antidepressiven Behandlung.

Antidepressiva benötigen häufig mehrere Wochen, bis ihre Wirksamkeit abschließend beurteilt werden kann. Für Patientinnen und Patienten kann diese Zeit sehr belastend sein – insbesondere dann, wenn sich später herausstellt, dass eine begonnene Medikation nicht ausreichend wirkt.

Unsere Mission ist es deshalb, bereits zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zusätzliche Hinweise auf den weiteren Behandlungsverlauf zu erhalten.

Frühe Orientierung mithilfe von CRP und HAM-D

Bei geeigneten Patientinnen und Patienten mit einer Depression, die zu Behandlungsbeginn noch kein Antidepressivum einnehmen, bieten wir eine ergänzende, forschungsbasierte Verlaufseinschätzung an.

01

Vor Beginn der Behandlung

Vor dem Start der antidepressiven Medikation bestimmen wir das C-reaktive Protein – CRP im Blut. Zusätzlich erfassen wir die depressive Symptomatik mithilfe der standardisierten Hamilton-Depressionsskala – HAM-D.

02

Nach einer Woche

Nach sieben Tagen unter der begonnenen Medikation werden der CRP-Wert und die depressive Symptomatik erneut beurteilt.

Gemeinsame Auswertung

Anschließend betrachten wir:

  • die Veränderung des CRP-Wertes,
  • die frühe Veränderung der depressiven Symptomatik,
  • mögliche Nebenwirkungen,
  • körperliche Einflussfaktoren und
  • den persönlichen klinischen Verlauf.

Die Kombination dieser Informationen kann bereits nach einer Woche Hinweise darauf geben, ob ein später unzureichendes Ansprechen wahrscheinlicher ist.

Dadurch können wir die Behandlung besonders aufmerksam begleiten und früher prüfen, ob ein unverändertes Abwarten sinnvoll ist oder ob die therapeutische Strategie zeitnah neu bewertet werden sollte.

Die Forschung hinter dem Ansatz

Grundlage dieses Vorgehens ist eine von Dr. Zeising mitverfasste wissenschaftliche Untersuchung zum Zusammenhang zwischen der frühen Veränderung des CRP-Wertes und dem späteren Ansprechen auf eine antidepressive Behandlung.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass insbesondere die Kombination aus einem Anstieg des CRP-Wertes und einer fehlenden frühen Verbesserung der depressiven Symptomatik auf ein erhöhtes Risiko für ein später unzureichendes Ansprechen hinweisen kann.

Forschung mit Verantwortung

Biomarker können die persönliche ärztliche Beurteilung ergänzen, aber nicht ersetzen.

CRP ist ein unspezifischer Entzündungswert und kann beispielsweise auch durch Infektionen, körperliche Erkrankungen oder andere Faktoren beeinflusst werden. Auch der HAM-D-Fragebogen bildet nur einen Teil des individuellen Krankheitsverlaufs ab.

Deshalb treffen wir keine Therapieentscheidung allein aufgrund eines Laborwertes oder eines Fragebogenergebnisses. Sämtliche Befunde werden gemeinsam mit dem persönlichen Verlauf, der Verträglichkeit der Medikation und der ärztlichen Beurteilung eingeordnet.

Unser Ziel ist keine vermeintlich sichere Vorhersage, sondern eine frühere, fundiertere und stärker individualisierte Behandlungsentscheidung.